Eine heiße Sache für harte Jungs

Erstmalig wurde im Landkreis Hof vom 22. – 24.09.2004 ein Brandübungscontainer eingesetzt. Auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Münchberg konnten die Floriansjünger unter realen Bedingungen die Brandbekämpfung üben. Wegen der großen Nachfrage ist diese Trainingsmöglichkeit auch für 2005 schon wieder komplett ausgebucht. Deshalb war Kommandant Robert Bauer besonders froh, das Übungsgerät für drei Tage in Münchberg zu haben.

Der Brandraum ist 2,4 Meter hoch und hat eine Fläche von 3x2,4 Metern. Außerdem steht ein doppelt so langer Beobachtungsraum zur Verfügung. Zur audio-visuellen Ausstattung gehören eine optische Linse, zwei Wärmebildkameras sowie ein Harddisk-Recorder mit LCD-Bildschirm und Beamer inklusive Seitenleinwand. Während der dreitägigen Mietzeit werden auch Trainer gestellt. Der Flash-Over-Trainings-Container bietet Atemschutzträgern die Möglichkeit, das Entstehen eines Brandes unter kontrollierbaren Verhältnissen zu beobachten und schließlich zu bekämpfen. Die einsatznahen Voraussetzungen führen zu einem Ausbildungsgrad, der die Sicherheit der Einsatzkräfte und die Rettungsmöglichkeit vom Brand betroffener Menschen wesentlich erhöht.

Im Trainingscontainer lernt der Teilnehmer, das Löschmittel Wasser gezielt einzusetzen und erwirkt damit in der Praxis eine erhebliche Minderung der Sachschäden. Bevor die Münchberger Feuerwehrleute und ihre Kameraden aus Helmbrechts, Sparneck, Zell, Stammbach, Schwarzenbach/Saale, Schauenstein, Bad Steben, Feilitzsch und Gattendorf erstmalig in den Container durften, stand ein 90-minütiger Unterricht auf dem Programm. Die Trainer Peter Ihlenfeld und Dominik Iberl berichteten über die Entstehung und Bekämpfung von Rauchgasdurchzündungen (des so genannten Flash-Over). Vor und während des Einsatzes müssen die Feuerwehrmänner ausreichend trinken, um den hohen Flüssigkeitsverlust im Körper auszugleichen.

Am Abend ging es dann zum praktischen Teil. Nach der Sicherheitsunterweisung und Prüfung der korrekt angelegten Schutzausrüstung begab sich die achtköpfige Gruppe zusammen mit dem Trainer in den Übungscontainer. Hier konnte man ohne den sonst üblichen Einsatzdruck das Entstehen eines Brandes aus nächster Nähe miterleben. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, das Feuer mit einem Hohlstrahlrohr zu bekämpfen. Vorsicht ist beim gezielten Löschen der brennenden Spannplatten mit Wasser geboten; denn jeder zu viel aufgebrachte Wassertropfen schlagt ais Wasserdampf zurück und durchnässt die Schutzkleidung. Durch diese Wärmebrücken können Verbrennungen auf der Haut entstehen.

Während des Durchgangs herrschen unterschiedliche Bedingungen durch das sich ausbreitende Feuer. Nach dem Schließen der Tür ist die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und es entwickelt sich starker Rauch. Mit Atemschutz müssen die Einsatzkräfte stets am Boden bleiben, da an der Decke Temperaturen bis 1000 Grad entstehen können. In Kopfhöhe herrschen dann immer noch ca. 200 Grad. Wird nun plötzlich Sauerstoff durch das Bersten von Fenstern oder wie hier durch das Wiederöffnen der; Tür zugeführt, kommt es zum gefürchteten Flash Over. Unter Druck zündet die Rauchschicht durch und die Flammen rollen über die Feuerwehrmänner hinweg.

Die Hitze- und Rauchentwicklung am eigenen Leib zu erleben, war für die Übenden ein eindrucksvolles Erlebnis und für künftige Einsätze eine hilfreiche Erfahrung. Die außenstehenden Beobachter verfolgten das Geschehen mit einer Wärmebildkamera und testeten so auch dieses Hilfsmittel im Rahmen der Ausbildung. Nach dem 30-minütigem Übungseinsatz konnten die Wehrmänner zufrieden ihre verrußte Ausrüstung reinigen.

-rf-

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