Geschichtlicher Abriss

Die Freiwillige Feuerwehr Münchberg ist aus der am 20.03.1864 gegründeten Turnerfeuerwehr hervorgegangen. Der Vorstand des Turnvereins Münchberg von 1862 war seinerzeit auch gleichzeitig Vorstand der Freiwilligen Turnerfeuerwehr. Bald nach der Gründung wurde von der Münchner-Aachener-Mobiliarfeuerversicherung eine erste Druckspritze überwiesen.

Der regelmäßige Übungsbetrieb begann und noch fehlende Gerätschaften wurden erworben. Bei Brandfällen hat die Münchberger Feuerwehr schon in den ersten Jahren ihres Bestehens bewiesen, dass sie den Anforderungen gewachsen war.

In den Gremien des Magistrats und der Feuerwehr wurde 1871 der Entwurf einer Feuerlösch-Ordnung beraten und durch Magistratsbeschluss noch 1871 in Kraft gesetzt.

Eine stolze Anzahl Feuerspritzen scheint die Wehr um das Jahr 1874 im Eigentum gehabt zu haben. In der Chronik werden eine Abprotzspritze, ein Zubringer, eine blaue Spritze, eine grüne Spritze und eine kleine Spritze II genannt. Zu dieser Zeit gab es bereits eine besondere Schlauchführer-Rotte, eine Steiger-Rotte und eine Rettungsabteilung.

Der große Brand, der 1874 die Stadt Münchberg heimsuchte, ist in den Analen nicht besonders erwähnt. In der Ausschußsitzung vom 16.11.1874 unterhielt man sich aber über die Schläuche, die bei diesem Brand außerordentlich gelitten hatten. Daraufhin wurden 150 Fuß neue Schläuche zur Beschaffung vorgeschlagen.

Am 15.08.1875 fand in den Mauern der Stadt der Oberfränkische Feuerwehrtag statt. Bereits früh um 6 Uhr fand die Eröffnung mit Requisitenschau statt. Um 9 Uhr folgte die Delegiertenversammlung, um 12 Uhr das Mittagessen in verschiedenen Gasthäusern der Stadt, um 3 Uhr nachmittags war eine Hauptübung angesetzt und erst ab 6 Uhr abends folgte geselliges Beisammensein. Also schon damals war ein gewisser Sinn für Ordnung und Zeitfolge zu erkennen und am Rande bemerkte der Chronist, dass der Feuerwehrtag am darauffolgenden Montag mit der Prüfung der Spritzen fortgesetzt wurde.

Bereits im Jahr 1913 wurde in Münchberg der erste Hydrantenplan aufgestellt. Zur Orientierung und zwecks Auffinden der Hydranten wurde auch eine Begehung der Wasserleitung angesetzt. Am 01.07.1913 wurden 140 Stück Messing-Leder-Helme beschafft, die bis in die Jahre des 2. Weltkrieges auch verwendet wurden. Am 06.12.1913 erfolgte die Gründung einer Unterstützungskasse für Not- und Sterbefälle.

In der Denkschrift zur Erinnerung an die Feier des 50jährigen Bestehens vom 10.07.1914 schrieb Bürgermeister Durst, dass die FF Münchberg am 08. und 09.August 1914 das Fest ihres 50jährigen Bestehens in einfacher aber würdiger Weise abhalten wolle.

Leider ist durch den Kriegsausbruch am 02.08.1914 und der Mobilmachung dieses Fest ausgefallen. Als Jubiläumsgeschenk der Stadt wird die Anschaffung einer Balance-Leiter (mech. Ausziehleiter) erwähnt.

Die Aktien-Färberei beabsichtigte 1918 die Anschaffung einer Motorspritze, die auch der Stadt und dem Kreis zur Verfügung gestellt wurde. Weiter sollte auf dem Dach der Firma die erste elektrische Sirene aufgestellt werden. In einer Ausschußsitzung der Feuerwehr im Jahr 1925 wurde beschlossen, das erste Motorlöschfahrzeug, ein Magirus, Bauart Schwaben, zu beschaffen.

Bereits 3 Jahre später, also 1928, wurde ein zweites Motorlöschgerät der Marke Magirus Liliput II erworben. Ein Jahr später erfolgte die Anschaffung der ersten Rauchschutz-Gasmasken, zu deren Prüfung die ersten Luftschutz- und Gasschutzübungen abgehalten wurden.

Als denkwürdiges Jahr kann 1930 festgehalten werden. Am 12. März wurde die Anschaffung eines Löschzuges beschlossen und die Alarmierung erfolgte seit dieser Zeit als stiller Alarm durch die bestens bewährte Weckerlinie, die mit erheblichen Kosten in der Stadt installiert wurde.

Am 24.08.1934 wurde dann der dritten Kompanie eine neue Motorspritze Magirus-Goliath II mit Luftschaumeinrichtung übergeben. 1939 folgte ein LF 15. In den Bombennächten des 2. Weltkrieges wurde die Feuerwehr Münchberg zu Einsätzen nach Plauen, Nürnberg und Hof gerufen.

Nach dem Krieg wurde der Grundstock für die heutige Ausrüstung der Feuerwehr Münchberg gelegt. Selbstverständlich wurden die Gerätschaften laufend erneuert und ergänzt.

Heute zählt die Feuerwehr Münchberg zu den mit jährlich rund 100 Einsätzen am meisten geforderten Feuerwehren des Landkreises Hof. Zum Schutzgebiet der Feuerwehr Münchberg gehört auch ein nicht unerheblicher Teil der Bundesautobahn A 9, die seit dem Massenunfall vom 19.10.1990 vielen Bundesbürgern in grausamer Erinnerung bleiben wird.

Die Feuerwehr Münchberg hat über 100 Mitglieder. Ein stattlicher Fuhrpark steht für die Brandbekämpfung und die Hilfeleistung zur Verfügung. So verfügt die FF Müncberg derzeit über folgende Fahrzeuge und Geräte:

  • 1 ELW
  • 1 MZF
  • 2 TLF 16/25
  • 1 DLK 23/12
  • 2 LF 8
  • 1 RW 2
  • 1 SW 2000
  • 1 Anhänger P 250
  • 1 Ölsperrenanhänger

Die Freiwillige Feuerwehr Münchberg verfügt derzeit über 24 umluftunabhängige Atemschutzgeräte. Die Alarmierung ist durch mehrere Sirenen, die im Stadtgebiet verteilt sind, und durch 60 Funkmeldeempfänger sichergestellt.

Von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Münchberg werden aber auch überörtliche Aufgaben wahrgenommen, denn im Gerätehaus befindet sich das Atemschutzzentrum des Landkreises mit der Atemschutzwerkstatt und -übungsanlage. Aus den Reihen dieser Feuerwehr ist eine Reihe von Führungsdienstgraden des Landkreises horvorgegangen.

Hier sind zu nennen:

  • KBR Gerhard Fuchs
  • KBI Heinz Jahreis
  • KBI Karl Sachs
  • KBM Armin Hoffmann
  • KBM Günter Schödel
  • Johann Plochberger
  • Hans Jahreis
  • Walter Burger
  • KBM Robert Bauer
  • KBM Jürgen Günther
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