12.11.2004 - Horrorszenario Giftunfall

Einsatzkräfte wurden bei simuliertem Gefahrgutunfall auf der Autobahn gefordert. Mehr ais 100 Personen aus dem Landkreis übten das Vorgehen im Rahmen einer überraschenden Großübung.

Foto: Rainer Fritsch

MÜNCHBERG -. Feierabendverkehr auf der Bundesautobahn 9, schlechte Sicht und regennasser Fahrbahn, ein Pannen-LKW steht bei Münchberg auf dem Seitenstreifen. Unterwegs ist auch ein Gefahrguttransport mit brisanter Ladung. Plötzlich tritt ein, wovor sich viele Verkehrsteilnehmer fürchten: Der Transporter mit verschiedenen gefährlichen Stoffen fährt auf den Pannen-LKW auf, ein nachfolgendes Auto kann auch nicht mehr rechtzeitig bremsen. Ein weiterer Lkw kommt noch zum Stehen, aber seine Ladung wird aufs Auto geschleudert. Mehrere Personen werden verletzt, Gefahrgut tritt auf der Lkw-Ladefläche aus, Rauch steigt auf, es besteht Vergiftungsgefahr. Vor diesem Horror-Szenario blieben die Einsatzkräfte in Oberfranken bisher verschont, und es ist an diesem Freitagabend glücklicherweise auch nur eine Übung.

Foto: Rainer Fritsch

Um aber darauf vorbereitet zu sein, entschlossen sich der Münchberger Feuerwehr-Kommandant Robert Bauer und Polizeihauptmeister Günther Hofmann, Gefahrgutbeauftragter der Verkehrspolizeiinspektion Hof und Dozent für Gefahrgutschulungen bei der IHK Bayreuth, zu dieser Großübung. Mit Unterstützung der Hofer Fahrschule Kirchner, der Firma Böhme aus Rehau, dem Münchberger Autohaus Schnurrer und dem Stadtbauhof Münchberg konnten die am Unfall beteiligten Fahrzeuge wirklichkeitsnah vorbereitet werden. Die alte Autobahnzufahrt Münchberg-Nord wurde von der Autobahnmeisterei als Übungsgelände zur Verfügung gestellt.

Foto: Rainer Fritsch

Durch die EU-Erweiterung gibt es mit steigender Tendenz Transitfahrten durch Deutschland. Teilweise sitzen unzureichend ausgebildete Fahrer aus Osteuropa am Steuer. Zwei Drittel der Gefahrgutbeförderung werden auf der Straße abgewickelt. Eine entsprechende gefahrgutspezifische Schulung und Ausrüstung der für die Autobahn zuständigen Feuerwehren ist daher unumgänglich. Um den Hergang möglichst realistisch zu gestalten, wussten nur einige wenige Verantwortliche von dieser geplanten Übung. Alle anderen wurden mit der Alarmierung um 19.01 Uhr überrascht. Erst beim Eintreffen am Einsatzort bemerkten sie, dass es sich "nur" um eine Unfallsimulation handelte.

Foto: Rainer Fritsch

Die Ladung des verunglückten LKW war entsprechend gekennzeichnet. Anhand der mitgeführten Papiere konnten Stoffe und Gefahren abgeleitet werden: Flüssige und entzündliche Farb- und Druckfarbzubehörstoffe, die explodieren können oder bei Brand giftige Dämpfe bilden und zur Bewusstlosigkeit führen. Aluminiumpulver, das bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickelt. Anilin ruft durch Einatmen oder Aufnahme durch die Haut Vergiftungen hervor. Weiter sind Altbatterien und Schwefelsäure an Bord, die Verätzungen an Augen, Haut und den Atemwegen nach sich ziehen. Auch Kleidung oder Materialien können davon angegriffen werden. Mit dieser brisanten Mischung richtig umzugehen, war für die Rettungsmann-schaften keine leichte Aufgabe, Transporte mit dieser Zusammenstellung sind aber aus dem täglichen "Autobahn-Leben" gegriffen.

Foto: Rainer Fritsch

Neben den Feuerwehren aus dem betroffenen Autobahnabschnitt trafen routinemäßig auch das BRK und das THW im Verlauf der Übung ein. Vor Ort musste die Einsatzleitung das richtige Vorgehen der verschiedenen Einsatzkräfte koordinieren. Nachdem erkannt wurde, dass Vergiftungs- und Explosionsgefahr durch die geladene Fracht bestand, sperrte man die Unfallstelle weiträumig ab und ging nur noch mit Vollschutz bei der Bergung vor. Die starke Rauchentwicklung im Anhänger des Gefahrgutlasters erschwerte die Beurteilung der geladenen Behälter. Die Bergung von Verletzten in spezieller Vollschutzkleidung und die anschließende Dekontaminierung mit Hilfe von Duschen und Zelten auf freiem Feld, war nicht alltäglich. Dazu wurde eine entsprechende Anlage von den Kameraden aus Helmbrechts kurzfristig in der Dunkelheit aufgebaut und anschließend gut ausgeleuchtet. Zu Hilfe eilte übrigens auch der Gefahrgutzug der Hofer Feuerwehr. Nach rund drei Stunden bei Nebel und Kälte war der Übungseinsatz zu Ende und über 100 Beteiligte kamen nach hartem Einsatz langsam zur Ruhe.

Bericht und Bilder: Rainer Fritsch - undefinedwww.interneting.de

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