Junger Fahrer konnte erst nach Stunden geborgen werden.

Ein absolutes Trümmerfeld erwartete die alarmierten Einsatzkräfte, als sie am Dienstagmittag (12.03.2019) an der Unfallstelle auf der A9 eintrafen. Aufgrund einer Baustelle hatte sich der Verkehr auf der Richtungsfahrbahn Nürnberg auf zwölf Kilometer zurückgestaut. Der Fahrer eines mit Europaletten beladenen 40-Tonners übersah zwischen den Anschlussstellen Münchberg-Süd (Lkr. Hof) und Gefrees (Lkr. Bayreuth) den stehenden Verkehr und fuhr ungebremst auf seinen Vordermann auf.

Die Wucht des Aufpralls war derart groß, dass die Ladung des Verursachers sich selbstständig machte und aus dem Trailer flog. Auf rund 100 Metern verteilte sich das Holz über die gesamte A9. Noch erschreckender war jedoch das Zerstörungsbild des Führerhauses. Dieses war auf wenige Zentimeter zusammengequetscht worden. Die alarmierten Helfer von Feuerwehr und Rettungsdienst mussten schnell erkennen, dass für den polnischen 23-jährigen Fahrer jede Hilfe zu spät kam.

Die Bergung der eingeklemmten Leiche wird sich dabei sehr aufwändig gestalten. Denn der Tanklastzug, der 28.000 Liter Biodiesel geladen hat, ist am Heck so schwer beschädigt, dass die Gefahr besteht, dass beim Wegziehen des verkeilten Sattelzuges der Tank beschädigt wird. Daher wurde ein Ersatzlaster gerufen, der den Kraftstoff zunächst umpumpen soll. Die A9 wird aus diesem Grund für noch mehrere Stunden voll gesperrt bleiben. Die Unfallstelle war für die Einsatzkräfte derweil keine Unbekannte. Im Sommer 2016 hatte es fast auf den Meter genau an dem selben Ort die tödliche Buskatastrophe mit 18 Toten gegeben. "Wir dachten nur: Bitte nicht schon wieder", erinnert sich der Feuerwehr-Einsatzleiter Martin Schödel.

Update 23:15 Uhr: Wie kompliziert sich die Bergung gestaltete, zeigte sich tatsächlich erst im weiteren Verlauf. Nachdem der Diesel umgepumpt worden war, konnte die Feuerwehr mit dem Auseinanderziehen der Wracks beginnen. Erst nach sechseinhalb Stunden konnten die Feuerwehrleute die Leiche aus dem Führerhaus bergen, welches auf ein Viertel seiner üblichen Größe zusammengestaucht war. Nur noch in Einzelteilen konnten die Überreste das Lastwagens verladen werden. Die Bergungsarbeiten der Europaletten gestalteten sich für das THW als besonders aufwändig: "Das ist wie ein kleines Puzzle-Spiel." 

Für die Kräfte ging es erst circa zwölf Stunden nach dem Alarm zurück zum Standort. Viele von ihnen waren bereits seit 6 Uhr morgens zuerst auf der regulären Arbeit tätig, ehe es zum Unfall ging. Denn, wie der Einsatzleiter der Feuerwehr betonte: "Zu 99 Prozent sind hier Ehrenamtliche im Einsatz!"

 

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News5 / Fricke

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