24-Stunden-Härtetest für junge Feuerwehrleute

  • BF-Tag 2010
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Am letzten Freitag der Sommerferien begann um 10.00 Uhr für die Mitglieder der Jugendgruppen der Freiwilligen Feuerwehren Münchberg und Sparneck der diesjährige BF-Tag. Dabei erlebten die Jugendlichen über 24 Stunden den Arbeitsalltag einer Berufsfeuerwehr. Organisiert hatten den Tag die Münchberger Jugendwarte Dr. Jörg Bauer und Veronika Schuldner sowie ihr Sparnecker Kollege Sebastian Süß. Dabei wurden sie von etlichen Münchberger und Sparnecker Feuerwehrleuten tatkräftig unterstützt. Die „Leitstelle“ wurde in der ehemaligen Funkfeststation im Münchberger Gerätehaus eingerichtet. Hier tat ein erwachsener Feuerwehrmann Dienst – alarmierte und überwachte den Funkverkehr.

Die 15 Jugendlichen, 7 Mädchen und 8 Jungen, richteten sich ihr Feldbettenlager im Unterrichtsraum der Münchberger Feuerwehr ein und begannen den BF-Tag mit einer Unterrichtseinheit über die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Dichtkissen.

Um 11.00 Uhr schrillte erstmals die Alarmglocke. Brandmeldealarm in der Atemschutzübungsanlage des Landkreises Hof. Schnell konnte der auslösende Melder lokalisiert werden und Entwarnung gegeben werden. Kreisbrandmeister Robert Bauer gab den Jugendlichen noch Tipps und Hinweise für die Vorgehensweise bei einem solchen Einsatz. Nach dem Mittagessen ging der nächste Alarm ein. In der Franzensbader Straße war eine Fahrbahnverunreinigung zu beseitigen. Da von einer Berufsfeuerwehr auch der Rettungsdienst mit abgedeckt wird, stand Freitag Nachmittag ein Unterricht über Erste Hilfe auf dem Programm. Der anschließende Dienstsport wurde durch die Alarmglocke abrupt beendet. Auf dem Rohrbühl-Turm lag eine bewusstlose Person. Diese musste von den Jugendlichen erst einige Meter durch das enge Treppenhaus befördert werden, ehe sie über die Münchberger Drehleiter nach unten befördert und dem Rettungsdienst übergeben wurde.

Die Jugendlichen hatten sich auf einen gemütlichen Abend mit einem tollen Grillfest gefreut. Dieses Grillfest wurde durch den Brand einer Gewerbehalle am Ötzelsteich jäh unterbrochen. Die Helfer der Jugendwarte hatten diesen Einsatz so realistisch vorbereitet, dass von aufmerksamen Nachbarn über die Leitstelle Hochfranken die reguläre Feuerwehr alarmiert wurde. Einige kurze Funkgespräche klärten jedoch, dass es sich bei dem gemeldeten Dachstuhlbrand um die Jugendübung handelte. Nach erfolgreicher Brandbekämpfung konnte sich der ein oder andere noch am Grill stärken, ehe alle relativ müde in ihre Feldbetten fielen.

Eine ruhige Nacht sieht jedoch anders aus als das, was auf die Jugendlichen zukam. Um 23.00 Uhr wurden die Helfer ins Industriegebiet Nord gerufen. Ein Verkehrsunfall mit eingeklemmtem Beifahrer. Zu allem Überfluss gab ein Zeuge an, dass sich der Fahrer nach dem Unfall selbst aus dem PKW befreien konnte und in ein nahes Feld gelaufen war. Während eine Gruppe Spreizer, Schneidgerät und sonstige für die Personenbefreiung notwendige Gerätschaften bereitstellten, begann die andere Gruppe mit der Suche nach dem Fahrer. Hierbei kam neben herkömmlichen Handscheinwerfern auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Mit dieser modernen Technik konnte der herumirrende Fahrer schnell aufgespürt und dem Rettungsdienst übergeben werden. Auch die Befreiung des eingeklemmten Beifahrers aus dem PKW ging zügig voran. Nach der Absicherung des Fahrzeuges wurden die Scheiben und die Türen herausgetrennt. Um den Beifahrer schonend retten zu können, wurde zudem noch ein Teil des Autodaches entfernt.

Nach dem Einrücken ins Gerätehaus wurden die Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht und die Jugendlichen begaben sich in die wohlverdiente Nachtruhe. Jedoch nicht für lange. Bereits um 05.00 Uhr wurden sie von der Alarmglocke unsanft geweckt. Die Leitstelle hatte vom Wetterdienst eine Unwetterwarnung erhalten und gab diese an die Einsatzkräfte weiter. Dies war nur eine Vorwarnung und kein eigentlicher Einsatz. Also konnte man sich wieder hinlegen.

Bereits eine halbe Stunde später galt es jedoch, seinen Mann zu stehen. Bei einer Firma in der Sparnecker Straße wurde ein Arbeiter verschüttet. Unter Einsatz der vorhandenen Rettungsgeräte wurde der Mann aus seiner misslichen Lage befreit. Dabei war aber auch das Erdreich gegen weiteres Nachrutschen zu sichern. Die Verletzungen des Arbeiters waren leider so stark, dass er mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden musste. Wegen der Dunkelheit bekamen die Jugendfeuerwehrleute daher den Auftrag, den Netto-Parkplatz für die Hubschrauberlandung auszuleuchten. Als auch dieser Einsatz abgearbeitet war, ging es zurück ins Gerätehaus zum Frühstück. Spätestens jetzt merkte man am immer stärker werdenden Wind, dass die Unwetterwarnung nicht zu Unrecht erfolgt war. Die Sturmböen verhießen nichts Gutes und der nächste Alarm ließ nicht lange auf sich warten.

Um 08.30 Uhr war es dann soweit. In Mechlenreuth hatte der Sturm mit voller Härte zugeschlagen und an mehreren Stellen waren die Straßen durch entwurzelte Bäume blockiert. Die Nachwuchskräfte hatten alle Hände voll zu tun, um die Straßen wieder frei zu bekommen. Mit dem gemeinsamen Aufräumen klang der BF-Tag aus. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass es zwar ganz schön anstrengend, aber auch sehr interessant und lehrreich war.

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